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Ein voller Erfolg - der erste Güssinger Wasserlauf

Ein voller Erfolg - der erste Güssinger Wasserlauf

Güssinger.Das Wasser sagt Dankeschön an alle Läuferinnen und Läufer sowie an alle MitarbeiterInnen, Sponsoren, HelferInnen, ZuschauerInnen etc., die allesamt dazu beigetragen haben, dass der erste Güssinger Wasserlauf ein voller Erfolg wurde.

Eine eindrucksvolle Bestätigung dafür, dass diese Veranstaltung von den Läuferinnen und Läufern gut angenommen wurde, sind die Schilderungen eines Teilnehmers auf Facebook.
Lesen Sie hier die Impressionen eines Läufers von Stefan Agg:

Einige Leute wollen wissen wie es mir bei meinem ersten Langstreckenlauf gestern gegangen ist. Also hier ein kurzer Bericht wie ich es persönlich erlebt und empfunden habe:

Da steh ich nun also hoch motiviert am Sonntag Vormittag in Sulz mit dem Vorhaben, weiter zu laufen als je ein Mensch gelaufen ist. Zu einer Zeit wo die meisten Menschen in der Kirche sind, bete ich ebenfalls. Dafür, das ich mich nicht blamiere, mich nicht verletze und das ich diesen Wahnsinn überhaupt überlebe. Die Rotkreuz-Mitarbeiter vor Ort beruhigen mich dabei nur mittelmäßig.
Wie wir Läufer wissen, ist für ein erfolgreiches Absolvieren so eines Martyriums ein Schrittmacher von unschätzbaren Vorteil. Ich seh mich um und sehe nur Sportler. Nichts für mich. Vielleicht die Frauen? Aber meine Gattin hat mir verboten, anderen Frauen nachzulaufen somit fallen die auch weg. Die Kinder? Die müssen einen eigenen Lauf bewältigen und wären wahrscheinlich sowieso zu schnell für mich. Als ich mich schon damit abfinde das Rennen alleine zu laufen, taucht Ronni auf. Knieoperation, monatelang verletzt, ohne Training und eigentlich nur zum Zuschauen hier. Ronni du bist mein Mann. Ich überrede ihn schnell mit zu laufen und dann geht es auch schon los.
Denn ersten Teil der Strecke absolviere ich noch gut gelaunt und flotten Schrittes. Ich werde quasi von der Masse mitgetragen. Leider beschließt die Masse bald, dass sie mich nichtmehr als Mitglied ihres Rudels aktzeptiert und lässt mich zurück. Ronni läuft Runden um mich und freut sich, dass sein Knie hält. Das ist schön und freut mich für ihn, bringt mich jetzt aber auch nicht weiter.
Langsam kommen mir erste Zweifel, ob ich die Strecke wirklich durchlaufen kann. Vielleicht war mein Anfangstempo zu schnell. Ein Fehler den Beginner gerne machen. Also schalte ich mal einen Gang zurück, spüre darauf hin jedoch sofort den Atem der Nordicwalker, die nur 5 Minuten nach mir gestartet sind, in meinem Genick. Also mach ich wieder etwas schneller und hoffe das ich in diesen Flow komme, von denen erfahrene Läufer so gerne erzählen. Scheint wohl eine Legende zu sein, bei mir jedenfalls stellt sich nichts derartiges ein.

Ich quäl mich also weiter um die nächste Kurve, als plötzlich ein riesiger Gebirgszug vor mir auftaucht. Wir scheinen das Burgenland bereits verlassen zu haben und nun irgendwo in den Hochalpen herumzulaufen. Das war so doch nicht ausgemacht, oder? Meine Hoffnung, dass die Laufstrecke irgendwie an diesem Berg vorbei oder rundherum verläuft erfüllt sich leider nicht. Ronni scheint sich auf diesen Berglauf zu freuen und meint nur "Die Steigung nehmen wir im Sprint". Ich gehe davon aus, dass er dehydriert ist und aufgrund der körperlichen Belastung zu phantasieren beginnt, und ignorier ihn.
Der stundenlange Aufstieg lässt die Waden brennen. Springsteen hämmert mir über die Kopfhörer "Baby, we were born to run" in den Schädl. Ich bin mir nicht sicher, ob er mich anfeuern oder verhöhnen will. "We'll run till we drop, baby we'll never go back", ja auch ich bin kurz vorm Umfallen, als wir endlich den höchsten Punkt erreichen. Gemeinerweise befindet sich genau dort eine Gaststätte und lockt mit Bierwerbung. Der Teufel auf der linken Schulter will natürlich sofort eine Pause einlegen, der Engel im Laufdress auf der rechten Schulter besteht jedoch darauf fokusiert zu bleiben und weiterzulaufen. Könnt aber auch Ronni gesagt haben, da bin ich mir nicht sicher.

Dehydration ist eine schlimme Sache. Langsam wird es kälter. Das dürfte einerseits mit der Höhe zu tun haben, in der wir uns mittlerweile befinden, aber auch mit der vorangeschrittenen Tageszeit. Als wir so den Bergkamm dahinlaufen, spüre ich meine Beine nichtmehr und frage mich wie es überhaupt soweit kommen konnte, dass ich mir soetwas antue. Meine einzige schlüssige Erklärung dafür: Midlifecrisis!! Während andere Männer sich in der Midlifecrisis anfangen die Haare zu färben und sich einen Porsche kaufen, plag ich mich stattdessen. Nichtmal die Midlifecrisis bekomm ich richtig hin.
Einige Zeit später bewährt sich zum Glück die alte "Das was man raufläuft, läuft man auch wieder runter"-Weisheit, und es geht ein Stück weit nicht nur körperlich, sondern auch höhenmetermäßig bergab mit mir. Dabei überholen wir einige Läufer, und mir dämmert langsam, dass ich nicht der einzige aus der 3. Leistungsgruppe bin, der sich diese Pein antut. Apropos dämmern, langsam beginnt es zu dämmern und ich frag mich, ob im Ziel noch jemand wartet auf uns, oder ob bereits alle heimgegangen sind.
Plötzlich scheinen mich meine Sinne zu trüben. Das kann nur ein Traum sein. Doch je weiter wir uns nähern, dest klarer kann ich es vor mir sehen. So schön, so wunderschön ist es langsam aus dem Nichts aufgetaucht. Das Ziel!! Ich kann es kaum fassen, und schwebe von Glückgsgefühlen beflügelt über die Ziellinie. (Anmerkung für alle die zuschauen waren und meinen Zieleinlauf gesehen haben: JA, ICH BIN GESCHWEBT!!!)

Eines muss ich noch schnell erledigen, bevor ich mich zum Sterben hinlege. Nämlich den Christian Radakovits beschimpfen, der mir die Facebookeinladung zu diesem selbstmörderischen Event geschickt hat. Als auch das erledigt ist, werd ich gefragt wie es mir gegangen ist: "Super, und garnicht so anstrengend ich mir gedacht habe", hör ich mich sagen, und verschweige was man in 21:13 Minuten und 3,5 km so alles durchmachen kann. Ich freu mich schon auf den nächsten Lauf, dann aber eine längere Strecke, die eine Herausforderung für mich darstellt.

Weitere Fotos vom Güssinger Wasserlauf im Facebook-Fotoalbum von Güssinger >>